Wie viel Geld Sie für den Führerschein einplanen
Der Führerschein der Klasse B kostet nach Angaben der Bundesregierung im Durchschnitt etwa 3.400 Euro. Der ADAC kommt in einer Beispielrechnung auf rund 2.500 Euro, wenn Sie überall den unteren Preis zahlen und nach 15 Übungsstunden die Prüfung bestehen. Mit den oberen Preisen und 25 Übungsstunden werden es gut 4.500 Euro.
Amtlich festgelegt ist nur ein kleiner Teil. Die Prüfstelle nimmt 24,99 Euro für die Theorieprüfung und 129,83 Euro für die praktische Prüfung der Klasse B. Dazu kommt die Gebühr der Führerscheinstelle Ihres Wohnorts. Nach dem Gebührentarif sind es 40,80 Euro, der ADAC nennt je nach Bundesland rund 38 bis 70 Euro. Alles andere legt die Fahrschule selbst fest. Eine belastbare Summe ergibt sich erst, wenn Sie die Kosten des Führerscheins der Klasse B Posten für Posten mit den Preisen Ihrer Fahrschule rechnen.
Wann Sie in der Fahrschule zahlen müssen
Die Fahrlehrerverbände empfehlen ihren Fahrschulen Musterbedingungen. Sie regeln, wann welcher Betrag fällig wird, soweit nichts anderes vereinbart ist. Wer nicht alles auf einmal zahlen kann, muss das vor der Unterschrift mit der Fahrschule absprechen.
Bei der Unterschrift
Der Grundbetrag ist fällig. Das ist der Pauschalpreis für den Betrieb und den gesamten Theorieunterricht.
Vor jeder Fahrstunde
Sie zahlen die Fahrstunde, bevor Sie sie antreten.
Spätestens 3 Werktage vor der Prüfung
Fällig werden das Entgelt für die Anmeldung zur Prüfung und die Gebühren, die die Fahrschule für Sie vorgestreckt hat.
Wenn Sie nicht zahlen
Die Fahrschule darf die weitere Ausbildung und die Anmeldung zur Prüfung verweigern, bis Sie bezahlt haben.
Gibt es Ratenzahlung bei der Fahrschule?
Gesetzlich vorgeschrieben ist Ratenzahlung nicht. Das Gesetz lässt jeder Fahrschule freie Hand bei ihren Preisen und verlangt nur, dass sie klar und wahr angegeben sind. Ob eine Fahrschule Raten anbietet, entscheidet sie selbst. Fragen Sie vor der Unterschrift, ob sie Raten anbietet, zu welchen Bedingungen und ob Zinsen oder Gebühren anfallen. Lassen Sie sich die Vereinbarung schriftlich geben.
Fragen Sie bei mehreren Fahrschulen nach, wenn Sie eine gute Fahrschule finden wollen. Die Zahlungsbedingungen können sich von Betrieb zu Betrieb unterscheiden.
Was ein Ratenkredit für den Führerschein kostet
Bei einem Ratenkredit leihen Sie sich Geld bei einer Bank und zahlen es in festen Monatsraten zurück. Dafür zahlen Sie Zinsen, Sie geben also mehr zurück, als Sie bekommen. Der effektive Jahreszins zeigt, was der Kredit pro Jahr insgesamt kostet. Vergleichen Sie mehrere Angebote nach diesem Wert.
Zum Kredit wird oft eine Restschuldversicherung angeboten. Sie soll die Raten absichern, wenn Sie zum Beispiel Ihren Job verlieren. Nach Angaben der Verbraucherzentrale zahlt sie selten und ist in der Regel sehr teuer. Die Verbraucherzentralen raten meist davon ab.
Wann zahlt das Jobcenter den Führerschein?
Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter können Kosten übernehmen, die bei der Suche nach Arbeit oder beim Start in eine neue Beschäftigung entstehen. Das Geld kommt aus dem Vermittlungsbudget. Es ist nur für Kosten gedacht, die für die berufliche Eingliederung notwendig sind. Ob ein Führerschein dazugehört, entscheidet die Stelle im Einzelfall.
Ein Beispiel: Das Jobcenter Köln fördert den Führerschein der Klasse B, wenn eine feste Einstellungszusage vorliegt und der Führerschein für die Stelle zwingend nötig ist. Auch in besonders begründeten Ausnahmefällen ist das möglich, dann muss der Nutzen für die Jobsuche genau begründet sein. Andere Stellen regeln das vor Ort anders. Fragen Sie deshalb dort nach, was verlangt wird.
Für Lkw und Bus gilt eine andere Regel. Das Jobcenter Köln fördert diese Führerscheine nur im Rahmen einer beruflichen Weiterbildung.
Zahlt die Bundeswehr den Führerschein?
Ja, unter Bedingungen. Wer sich freiwillig für den Wehrdienst verpflichtet hat, bekommt auf Antrag einen Zuschuss für den ersten Autoführerschein. Er beträgt höchstens 3.500 Euro. Für den ersten Lkw-Führerschein sind es höchstens 5.000 Euro. Sie bekommen entweder das eine oder das andere.
- Sie haben sich erstmals freiwillig für einen Wehrdienst verpflichtet, und der Dienst hat am 1. Januar 2026 oder später begonnen.
- Sie haben mindestens zwölf Monate ohne Unterbrechung Dienst geleistet.
- Sie haben den Führerschein in den zwölf Monaten vor dem Dienstantritt oder bis zu zwölf Monate nach dem Dienstende gemacht. Beim Lkw sind es bis zu 36 Monate danach.
- Sie stellen den Antrag innerhalb von zwölf Monaten, nachdem diese Bedingungen erfüllt sind.
Die Bundeswehr zahlt keinen Vorschuss. Sie erstattet nachgewiesene Kosten, wenn Sie den Führerschein haben, und nur soweit niemand anderes sie bezahlt hat. Nach Angaben der Bundeswehr zählen dazu auch der Erste-Hilfe-Kurs und der Sehtest. Der Zuschuss ist steuerfrei. Wer schon vor 2026 bei der Bundeswehr war, kann ihn nicht beantragen, und für Motorradführerscheine gibt es keinen Zuschuss.
Übernimmt Ihr Arbeitgeber den Führerschein?
Manche Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe übernehmen die Kosten ganz oder zum Teil. Ob Ihr Betrieb das tut, klären Sie im Gespräch. Lassen Sie sich die Zusage schriftlich geben und fragen Sie, was gilt, wenn Sie den Betrieb bald verlassen.
Zahlt der Betrieb, kann das steuerpflichtiger Lohn sein. Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler gilt das für den allgemeinen Führerschein, nicht aber, wenn der Betrieb die Kosten überwiegend im eigenen betrieblichen Interesse übernimmt. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Betrieb oder einer Lohnsteuerhilfe beraten.
Ist der Führerschein Voraussetzung für Ihren Job, etwa als Bus- oder Lkw-Fahrer, können Sie Ihre eigenen Kosten nach Angaben des Bundes der Steuerzahler als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Werbungskosten sind Ausgaben, die Sie wegen Ihres Berufs haben.
Häufige Fragen
Zahlt das Jobcenter den Führerschein der Klasse B?
Das Jobcenter kann den Führerschein der Klasse B bezahlen, muss es aber nicht. Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Das Jobcenter Köln fördert ihn zum Beispiel, wenn eine feste Einstellungszusage vorliegt und der Führerschein für die Stelle zwingend nötig ist. Stellen Sie den Antrag, bevor Kosten entstehen.
Muss ich den Antrag beim Jobcenter vor der Anmeldung in der Fahrschule stellen?
Ja, stellen Sie den Antrag beim Jobcenter oder bei der Agentur für Arbeit, bevor Ihnen Kosten entstehen. Eine nachträgliche Übernahme ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit nicht möglich. Unterschreiben Sie den Vertrag mit der Fahrschule deshalb erst, wenn der Antrag gestellt ist.
Wie viel bezahlt die Bundeswehr für den Führerschein?
Die Bundeswehr zahlt bis zu 3.500 Euro für den Autoführerschein der Klasse B und bis zu 5.000 Euro für den Lkw-Führerschein. Den Zuschuss bekommen Soldatinnen und Soldaten, die ihren Dienst nach dem 1. Januar 2026 begonnen und mindestens zwölf Monate geleistet haben. Er wird erst nach bestandener Prüfung und gegen Nachweise gezahlt.
Kann ich den Führerschein bei der Fahrschule in Raten bezahlen?
Das hängt von der Fahrschule ab, denn gesetzlich vorgeschrieben ist Ratenzahlung nicht. Fragen Sie vor der Unterschrift, ob die Fahrschule Raten anbietet und ob Zinsen oder Gebühren anfallen. Lassen Sie sich die Vereinbarung schriftlich geben.
Was kostet der Führerschein der Klasse B im Durchschnitt?
Die Bundesregierung nennt einen Durchschnittspreis von etwa 3.400 Euro. Der ADAC rechnet in Beispielen mit rund 2.500 bis gut 4.500 Euro, je nach Preisen und Zahl der Übungsstunden. Amtlich festgelegt sind nur die Gebühren: 24,99 Euro für die Theorieprüfung, 129,83 Euro für die praktische Prüfung und die Gebühr der Führerscheinstelle.
Kann ich die Kosten für den Führerschein von der Steuer absetzen?
Nur in bestimmten Fällen. Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler können Sie die Kosten als Werbungskosten absetzen, wenn der Führerschein für Ihren Job notwendig ist, zum Beispiel als Bus- oder Lkw-Fahrer. Menschen mit starker Gehbehinderung können sie als außergewöhnliche Belastung geltend machen.
