Wie die praktische Motorradprüfung abläuft
Die Prüfung hat vier Teile: die Vorbereitung, die Grundfahraufgaben, die Prüfungsfahrt und den Abschluss. Vor der Prüfung liegen Unterricht und Theorieprüfung. Den ganzen Weg zeigt der Ablauf des Motorradführerscheins.
Ausweis und Bestätigung
Der Prüfer prüft Ihren Ausweis und die Bestätigung Ihrer Fahrschule, dass Sie alle vorgeschriebenen Ausbildungsinhalte absolviert haben.
Kontrolle am Motorrad
Der Prüfer wählt drei Prüfpunkte aus verschiedenen Bereichen, zum Beispiel Reifen, Beleuchtung oder Bremse. Sie kontrollieren den Zustand und benennen, was Sie sehen.
Grundfahraufgaben
Auf der Übungsfläche fahren Sie sechs festgelegte Übungen. Der Prüfer wählt aus, welche.
Prüfungsfahrt
Danach fahren Sie im Verkehr, überwiegend vor dem Begleitfahrzeug. Etwa die Hälfte der Fahrzeit liegt außerhalb der Stadt, wenn möglich auch auf der Autobahn.
Abschluss und Ergebnis
Sie stellen das Motorrad sicher ab. Der Prüfer nennt Ihnen das Ergebnis und gibt Ihnen eine schriftliche Rückmeldung mit Empfehlungen.
Welche Grundfahraufgaben in der Motorradprüfung dran sind
In der Prüfung fahren Sie sechs Grundfahraufgaben. Vier davon sind immer dabei. Für die beiden anderen wählt der Prüfer aus zwei Gruppen je eine Übung aus. Alle Übungen fahren Sie im Sitzen. Beim Aufstieg nach zwei Jahren entfallen die Auswahlübungen, dann bleiben die vier festen Aufgaben.
| Übung | Was Sie tun | Wann sie drankommt |
|---|---|---|
| Slalom im Schritttempo | Sie fahren langsam in Schlangenlinien um Kegel im Abstand von 3,5 Metern. | immer |
| Vollbremsung | Sie bremsen so stark wie möglich bis zum Stillstand. | immer |
| Ausweichen ohne Bremsen | Sie weichen einem Hindernis aus, ohne zu bremsen. | immer |
| Ausweichen nach dem Bremsen | Sie bremsen und weichen danach aus. | immer |
| Slalom | Sie fahren Schlangenlinien um Kegel im Abstand von 7 Metern. | eine von zwei |
| Langer Slalom | Die Kegel stehen noch weiter auseinander. | eine von zwei |
| Langsamfahren geradeaus | Sie fahren im Schritttempo geradeaus. | eine von drei |
| Stop and Go | Sie halten an und fahren wieder an. | eine von drei |
| Kreisfahrt | Sie fahren enge Kreise mit 4,5 Metern Radius. | eine von drei |
Wie lange die praktische Motorradprüfung dauert
Die Prüfung dauert mindestens 70 Minuten, davon mindestens 30 Minuten reine Fahrzeit im Verkehr. Beim Aufstieg nach zwei Jahren sind es mindestens 60 Minuten. Für Roller bis 45 Kilometer pro Stunde reichen 55 Minuten. In die Fahrzeit zählen die Übungen, die Kontrolle am Motorrad und die Besprechung nicht hinein.
| Klasse | Prüfungsdauer insgesamt | davon Fahrzeit im Verkehr |
|---|---|---|
| Roller bis 45 km/h (AM) | 55 Minuten | 30 Minuten |
| 125er (A1) | 70 Minuten | 30 Minuten |
| Motorrad bis 35 Kilowatt (A2), erste Klasse | 70 Minuten | 30 Minuten |
| A2 als Aufstieg von der 125er | 60 Minuten | 30 Minuten |
| Offene Klasse (A), erste Klasse | 70 Minuten | 30 Minuten |
| A als Aufstieg von A2 | 60 Minuten | 30 Minuten |
Das sind Mindestwerte. Der Prüfer darf die Prüfungsfahrt früher beenden, wenn sich zeigt, dass Sie den Anforderungen nicht gewachsen sind.
Womit Sie zur praktischen Motorradprüfung kommen
Zur Prüfung bringen Sie Ausweis und Schutzkleidung mit, und einen Zahlungsnachweis, falls Sie die Gebühr erst kurz vorher bezahlt haben. Das Prüfungsmotorrad müssen Sie bereitstellen. Das übernimmt üblicherweise Ihre Fahrschule, klären Sie es vor dem Termin. Für die Kleidung schreibt die Prüfungsrichtlinie vor:
- ein passender Motorradhelm
- Motorradhandschuhe
- eine eng anliegende Motorradjacke
- ein Rückenprotektor, falls er nicht in der Jacke steckt
- eine Motorradhose
- Motorradstiefel mit ausreichendem Knöchelschutz
Das Prüfungsmotorrad muss zur Klasse passen. Die Tabelle nennt die Mindestanforderungen für Motorräder mit Verbrennungsmotor.
| Klasse | Motorleistung | Hubraum |
|---|---|---|
| A1 | höchstens 11 Kilowatt | mindestens 120 Kubikzentimeter |
| A2 | mindestens 20 und höchstens 35 Kilowatt | mindestens 250 Kubikzentimeter |
| A | mindestens 50 Kilowatt | mindestens 600 Kubikzentimeter |
Der Prüfer fährt im Begleitfahrzeug. Dort sitzt kein Fahrschüler am Steuer, und der Prüfer nimmt nur einen Bewerber mit. Die Anweisungen des Prüfers gibt Ihr Fahrlehrer per Funk an Sie weiter. Sie fahren überwiegend voraus.
Was zum Nichtbestehen der Motorradprüfung führt
Höchstens drei Grundfahraufgaben dürfen Sie je einmal wiederholen, beim Aufstieg höchstens zwei. Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn einer dieser Fälle eintritt:
- Eine Grundfahraufgabe gelingt auch beim zweiten Versuch nicht fehlerfrei.
- Sie beobachten den Verkehr so schlecht, dass jemand gefährdet wird.
- Sie fahren eine Person, ein Fahrzeug oder einen Gegenstand an. Umgestoßene Markierungskegel zählen dabei nicht.
- Sie stürzen.
- Sie können das Motorrad nicht selbstständig handhaben, zum Beispiel nicht auf den Ständer stellen oder wieder herunternehmen.
Die meisten bestehen. 2025 wurden in den Klassen A1, A2 und A 18.391 von 184.509 praktischen Prüfungen nicht bestanden, das sind rund 10 Prozent. Bei der 125er-Klasse fielen 16,5 Prozent durch, bei A2 7,4 Prozent und bei A 7,9 Prozent. Zum Vergleich: In der Autoklasse B waren es 41,4 Prozent. Gezählt sind Prüfungen, nicht Personen.
| Klasse | Prüfungen 2025 | Nicht bestanden | Anteil |
|---|---|---|---|
| A1 | 47.086 | 7.788 | 16,5 Prozent |
| A2 | 48.928 | 3.627 | 7,4 Prozent |
| A | 88.495 | 6.976 | 7,9 Prozent |
| Zusammen | 184.509 | 18.391 | 10,0 Prozent |
Nach einer nicht bestandenen Prüfung dürfen Sie in der Regel frühestens nach zwei Wochen wieder antreten. Die Gebühr fällt erneut an: 162,67 Euro, beim Aufstieg 141,13 Euro.
Wie Sie sich auf die praktische Motorradprüfung vorbereiten
Ihr Fahrlehrer darf die Ausbildung erst abschließen, wenn er überzeugt ist, dass Sie die Ausbildungsziele erreicht haben. Danach bestätigt die Fahrschule dem Prüfer, dass Sie alle vorgeschriebenen Inhalte absolviert haben. Fragen Sie Ihren Fahrlehrer, ob er Sie für prüfungsreif hält.
Weil der Prüfer die beiden Auswahlübungen bestimmt, sollten Sie alle neun Grundfahraufgaben sicher fahren. Üben Sie sie in der Schutzkleidung, in der Sie geprüft werden.
Bei starker Nervosität helfen die Tipps gegen Prüfungsangst bei der Fahrprüfung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die praktische Motorradprüfung?
Die praktische Motorradprüfung dauert in den Klassen A1, A2 und A mindestens 70 Minuten, davon mindestens 30 Minuten Fahrzeit im Verkehr. Beim Aufstieg nach zwei Jahren sind es mindestens 60 Minuten.
Welche Grundfahraufgaben kommen in der Motorradprüfung dran?
In der Motorradprüfung sind Slalom im Schritttempo, Vollbremsung, Ausweichen ohne Bremsen und Ausweichen nach dem Bremsen immer dabei. Dazu wählt der Prüfer eine Übung aus Slalom oder langem Slalom und eine aus Langsamfahren, Stop and Go oder Kreisfahrt. Das ergibt sechs Grundfahraufgaben.
Wie oft darf man eine Grundfahraufgabe in der Motorradprüfung wiederholen?
In der Motorradprüfung dürfen höchstens drei Grundfahraufgaben je einmal wiederholt werden, beim Aufstieg höchstens zwei. Gelingt eine Aufgabe auch im zweiten Versuch nicht fehlerfrei, ist die Prüfung nicht bestanden.
Welche Schutzkleidung braucht man für die Motorradprüfung?
Für die Motorradprüfung brauchen Sie einen passenden Helm, Handschuhe, eine eng anliegende Jacke, einen Rückenprotektor, falls er nicht in der Jacke steckt, eine Motorradhose und Stiefel mit ausreichendem Knöchelschutz. Das schreibt die Prüfungsrichtlinie vor.
Wie viele bestehen die praktische Motorradprüfung?
2025 wurden rund 90 Prozent der praktischen Prüfungen in den Klassen A1, A2 und A bestanden. Genau waren es 18.391 nicht bestandene von 184.509 Prüfungen. Am häufigsten fielen Prüflinge in der 125er-Klasse durch, nämlich 16,5 Prozent.
Wann darf man die praktische Motorradprüfung wiederholen?
Eine nicht bestandene praktische Motorradprüfung darf in der Regel frühestens nach zwei Wochen wiederholt werden. Die Gebühr von 162,67 Euro fällt erneut an, beim Aufstieg 141,13 Euro. Nach der bestandenen Theorie sollten Sie die Praxis innerhalb von zwölf Monaten bestehen, sonst gibt die Prüfstelle den Auftrag zurück.
