Welche Teile hat die praktische Fahrprüfung?
Die Fahrprüfung ist der letzte Schritt im Ablauf des Führerscheins der Klasse B. Sie hat einen festen Aufbau und beginnt schon vor dem Losfahren, mit der Vorbereitung. Danach folgen die Grundfahraufgaben und die Prüfungsfahrt, und zum Schluss stellen Sie das Auto ab.
Ausweis und Bestätigung
Der Prüfer schaut sich Ihren Ausweis an und prüft die Bestätigung Ihrer Fahrschule, dass Ihre Ausbildung abgeschlossen ist. Ohne beides findet die Prüfung nicht statt.
Vorbereitung
Sie stellen Sitz, Spiegel und Gurt ein und machen eine Sicherheitskontrolle am Auto, etwa bei Beleuchtung und Reifen.
Prüfungsfahrt mit Grundfahraufgaben
Der Prüfer bestimmt Zeit, Ausgangspunkt und Strecke. Etwa die Hälfte der Fahrzeit liegt außerhalb der Ortschaft, möglichst mit Autobahn. Dazu gehören die drei Grundfahraufgaben.
Abschluss der Fahrt
Sie stellen das Auto ab und sichern es. Auch dieser Teil wird bewertet.
Ergebnis
Der Prüfer sagt Ihnen das Ergebnis und gibt Ihnen eine schriftliche Rückmeldung mit Empfehlungen. Haben Sie bestanden, händigt er Ihnen den Führerschein oder eine Prüfungsbescheinigung aus.
Bei Nichtbestehen
Sie dürfen in der Regel frühestens nach zwei Wochen wiederholen. Die Gebühr von 129,83 Euro fällt erneut an. Dazu kommen das Vorstellungsentgelt, also der Preis dafür, dass Ihre Fahrschule Sie zur Prüfung vorstellt, und die Fahrstunden bis zum neuen Termin.
Drei Grundfahraufgaben kommen in der Prüfung dran
Grundfahraufgaben sind festgelegte Fahrübungen, zum Beispiel Einparken. Sie können sie vorher genau kennen, weil die Vorschriften sie vollständig aufzählen. Für die Klasse B gibt es zwei Gruppen. Aus der ersten Gruppe kommt eine Aufgabe dran, aus der zweiten kommen zwei.
- Erste Gruppe, eine Aufgabe: rückwärts nach rechts um die Ecke fahren, etwa an einer Einmündung, Kreuzung oder Einfahrt, oder rückwärts in eine Parklücke längs zur Fahrbahn einparken.
- Zweite Gruppe, zwei Aufgaben: Umkehren, Einparken in eine Parklücke quer oder schräg zur Fahrbahn oder eine Gefahrbremsung, also Bremsen mit höchstmöglicher Verzögerung.
Die Auswahl trifft der Prüfer. Die Menge, aus der er wählt, ist aber klein: fünf Aufgaben, von denen drei drankommen. Wer alle fünf sicher beherrscht, kann in diesem Teil nicht überrascht werden. Wie jede Aufgabe genau ablaufen soll, steht im Fahraufgabenkatalog, den Ihre Fahrlehrerin kennt.
Wie lange dauert die Fahrprüfung?
Die Fahrprüfung der Klasse B dauert mindestens 55 Minuten. Davon sind mindestens 30 Minuten reine Fahrzeit. Nicht mitgezählt werden die Grundfahraufgaben, die Sicherheitskontrolle und die Vor- und Nachbereitung.
Etwa die Hälfte der Fahrzeit liegt außerhalb geschlossener Ortschaften, möglichst mit Autobahn. Den Teil in der Stadt fahren Sie in einem festgelegten Prüfort. Das ist ein Ort, dessen Straßennetz und Verkehr die wichtigen Verkehrssituationen abdecken. Die Länder legen die Prüforte fest.
Sie legen die Prüfung dort ab, wo Sie Ihre Hauptwohnung haben, ausgebildet werden, studieren oder arbeiten. Ist das kein Prüfort, bestimmt die Führerscheinstelle einen Prüfort in der Nähe. Die Führerscheinstelle ist das Amt Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises, das Ihren Führerschein ausstellt.
Wann fallen Sie durch die Fahrprüfung?
Es gibt zwei Wege, die Prüfung nicht zu bestehen. Der erste ist ein Fehler, der die Prüfung sofort beendet. Der zweite ist die Wiederholung oder Häufung von leichten oder schweren Fehlern, die einzeln in der Regel noch nicht reichen würden.
Welche Fehler in welche Gruppe fallen, legt der Fahraufgabenkatalog fest. Das Bundesverkehrsministerium macht ihn bekannt, und Ihre Fahrlehrerin kennt ihn. Die Vorschriften selbst nennen nur die beiden Wege. Sie reichen aber, um die Prüfung zu verstehen: Ein einzelner leichter oder schwerer Fehler führt in der Regel noch nicht zum Nichtbestehen, wiederholte oder gehäufte Fehler dagegen schon.
Hat der Prüfer die Fahrt sofort beendet?
Dann ist die Prüfung nicht bestanden. Sie bekommen eine schriftliche Rückmeldung mit Hinweisen für Ihre nächsten Fahrstunden.
Haben Sie denselben Fehler schon mehrmals gemacht?
Wiederholte oder gehäufte Fehler können zusammen zum Nichtbestehen führen, auch wenn jeder einzelne nicht reichen würde. Bleiben Sie konzentriert, die Prüfung läuft weiter, solange der Prüfer sie nicht beendet.
Ein einzelner Fehler führt in der Regel noch nicht zum Nichtbestehen. Fahren Sie wie geübt weiter.
Eine dritte Regel betrifft Ihre Fahrlehrerin. Versucht sie, den Prüfer zu täuschen, oder macht ihr Verhalten die Beurteilung Ihrer Fahrt unmöglich, endet die Prüfungsfahrt als nicht bestanden.
Was passiert nach der Fahrprüfung?
Das Ergebnis erfahren Sie am Ende der Prüfung. Der Prüfer gibt Ihnen eine schriftliche Rückmeldung mit Empfehlungen, woran Sie noch arbeiten sollten. Diese Rückmeldung gibt es auch, wenn Sie bestanden haben. Haben Sie nicht bestanden, ist sie Ihr Übungsplan für den nächsten Versuch.
Nach einer nicht bestandenen Prüfung dürfen Sie in der Regel frühestens nach zwei Wochen wiederholen. Eine Höchstzahl an Versuchen nennen die Vorschriften nicht. Die Fahrprüfung müssen Sie aber innerhalb von zwölf Monaten nach der bestandenen Theorieprüfung ablegen, sonst verliert die Theorieprüfung ihre Gültigkeit. Haben Sie bis dahin nicht bestanden, gibt die Prüfstelle, etwa TÜV oder DEKRA, den Prüfauftrag in der Regel zurück. Das ist die Freigabe Ihrer Prüfung durch die Führerscheinstelle.
Der zweite Versuch gelingt etwas seltener als der erste: 2025 bestanden 58 Prozent im Wiederholversuch und 65 Prozent im ersten Versuch. Wenn die Nerven bei Ihnen der größte Gegner sind, hilft es, Prüfungsangst gezielt zu überwinden.
Was üben Sie kurz vor der Fahrprüfung?
Die letzten zwei Wochen vor der Prüfung sind die Zeit für den Feinschliff. Diese Punkte gehen Sie am besten durch:
- Üben Sie alle fünf möglichen Grundfahraufgaben einzeln, bis jede beim ersten Versuch klappt. Drei davon kommen sicher dran.
- Fahren Sie den Prüfort ab. Die Prüfstrecken liegen in seiner Umgebung, und Ihre Fahrlehrerin kennt die üblichen Routen.
- Legen Sie eine Autobahnfahrt in die letzte Übungswoche, denn etwa die Hälfte der Fahrzeit liegt außerhalb der Ortschaft.
- Üben Sie die Sicherheitskontrolle am Auto laut, zum Beispiel Beleuchtung, Reifen und Bremsen. Sie gehört zur Vorbereitung und wird bewertet.
- Fahren Sie eine vollständige Probeprüfung von 55 Minuten, in der Ihre Fahrlehrerin schweigt. So merken Sie, ob Sie ohne Hinweise auskommen.
- Gehen Sie die schriftliche Rückmeldung einer früheren Prüfung durch, falls Sie eine haben, und arbeiten Sie jeden Punkt einzeln ab.
Beachten Sie bei der Terminplanung: Die Fahrprüfung ist erst nach der bestandenen Theorieprüfung möglich und frühestens einen Monat vor Erreichen des Mindestalters.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die praktische Fahrprüfung der Klasse B?
Die praktische Fahrprüfung der Klasse B dauert mindestens 55 Minuten, davon mindestens 30 Minuten reine Fahrzeit. Die Fahrzeit zählt ohne Grundfahraufgaben, Sicherheitskontrolle sowie Vor- und Nachbereitung. Zeigt sich vorher, dass Sie den Anforderungen nicht gewachsen sind, kann die Prüfung früher enden.
Welche Grundfahraufgaben kommen in der Fahrprüfung der Klasse B dran?
In der Fahrprüfung der Klasse B kommen drei Grundfahraufgaben dran. Eine kommt aus der ersten Gruppe: rückwärts nach rechts um die Ecke oder rückwärts in eine Parklücke längs zur Fahrbahn. Zwei kommen aus der zweiten Gruppe: Umkehren, quer oder schräg einparken oder eine Gefahrbremsung.
Welche Fehler führen in der Fahrprüfung zum sofortigen Nichtbestehen?
Welche Fehler die Fahrprüfung sofort beenden, legt der Fahraufgabenkatalog der Prüfer fest, den das Bundesverkehrsministerium bekannt macht. Die Vorschriften nennen zwei Wege zum Nichtbestehen: einen Fehler, der die Prüfung sofort beendet, und die Wiederholung oder Häufung leichter oder schwerer Fehler.
Wie hoch ist die Durchfallquote in der praktischen Fahrprüfung?
Nach dem TÜV-Verband fielen 2025 beim Pkw-Führerschein 37 Prozent der Prüflinge durch, über alle Klassen waren es 31 Prozent. Im ersten Versuch bestanden 65 Prozent, im Wiederholversuch 58 Prozent. Unter 18-Jährige fielen nur zu 24 Prozent durch.
Bekomme ich nach der Fahrprüfung eine Rückmeldung zu meinen Fehlern?
Ja, der Prüfer muss Ihnen am Ende der Fahrprüfung das Ergebnis mitteilen und eine schriftliche Rückmeldung mit Empfehlungen geben. Diese Rückmeldung gibt es unabhängig vom Ergebnis. Nach einer nicht bestandenen Prüfung ist sie die Grundlage für Ihre weiteren Fahrstunden.
Wo muss ich die praktische Fahrprüfung ablegen?
Die praktische Fahrprüfung legen Sie am Ort Ihrer Hauptwohnung ab, oder dort, wo Sie ausgebildet werden, studieren oder arbeiten. Ist dieser Ort kein festgelegter Prüfort, bestimmt die Führerscheinstelle, das Amt Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises, einen Prüfort in der Nähe. Auf Antrag kann sie auch einen anderen Prüfort zulassen.
