Die Theorieprüfung Klasse B hat 30 Fragen
Die Theorieprüfung läuft am Rechner. Sie bekommen 30 Fragen, davon nach Angaben des TÜV-Verbands 20 aus dem Grundstoff und 10 aus dem Zusatzstoff. Der Grundstoff ist der Stoff für alle Klassen, der Zusatzstoff der Stoff, der nur für Ihre Klasse gilt.
Jede Frage ist je nach Bedeutung für die Verkehrssicherheit zwei bis fünf Punkte wert. Die Punktzahl steht im Fragenkatalog bei jeder Frage. Für jede falsch beantwortete Frage bekommen Sie so viele Fehlerpunkte, wie die Frage wert ist. Bei 110 Punkten insgesamt dürfen Sie höchstens 10 Fehlerpunkte sammeln.
Dazu kommt eine zweite Grenze, die viele übersehen. Wer zwei Fragen mit fünf Punkten falsch beantwortet, ist durchgefallen, auch wenn die 10 Fehlerpunkte damit noch erlaubt wären. Beim Üben sehen Sie, welche Fragen fünf Punkte zählen.
Woher kommen die Fragen der Theorieprüfung?
Alle Prüfungsfragen sind öffentlich. Sie stehen im Fragenkatalog, den Sie mit Lern-Apps und Lernbüchern üben können. Gepflegt wird er von einer gemeinsamen Stelle der Prüfstellen, also der Organisationen von TÜV und DEKRA, die Ihre Prüfung abnehmen. Die Fragen gehören zu acht Themengebieten:
- Gefahrenlehre, zum Beispiel Bremsweg und Reaktionszeit
- Verhalten im Straßenverkehr
- Vorfahrt und Vorrang
- Verkehrszeichen
- Umweltschutz und sparsames Fahren
- Regeln für den Betrieb der Fahrzeuge, etwa Ladung und Beleuchtung
- Technik, etwa Reifen, Bremsen und Assistenzsysteme
- Eignung zum Fahren, etwa Alkohol, Drogen und Müdigkeit
Der Katalog ändert sich nach Angaben des TÜV-Verbands jeweils zum 1. April und zum 1. Oktober. Im April 2025 umfasste er für die Klasse B 1.197 Fragen. Seitdem gibt es zusätzlich Abbildungsaufgaben, bei denen Sie mehrere Antworten auswählen können. Wer mit einer alten Lern-App übt, lernt deshalb vielleicht Fragen, die es nicht mehr gibt.
Wie viele Prüflinge fallen durch die Theorieprüfung?
Mehr Prüflinge scheitern an der Theorie als an der Fahrprüfung. Nach dem Datenreport des TÜV-Verbands bestanden 2025 in den Klassen B und BF17 44 Prozent der Prüflinge die Theorieprüfung nicht, bei der Fahrprüfung waren es 37 Prozent. BF17 steht für das begleitete Fahren ab 17, bei dem eine vorher benannte Begleitperson neben Ihnen sitzt.
Hinter dem Durchschnitt stecken zwei Gruppen. Im ersten Versuch bestehen 63 Prozent, im Wiederholversuch nur 44 Prozent. 38 Prozent aller Theorieprüfungen waren 2025 Wiederholungen. Wer einmal durchgefallen ist, besteht also seltener beim nächsten Mal und sollte deshalb anders lernen als vorher.
Am besten schneiden die Jüngsten ab: Unter 18-Jährige fielen 2025 nur zu 35 Prozent durch. Der TÜV-Verband erklärt das so: Diese Fahrschüler sind hoch motiviert und durch Schule und Ausbildung gewohnt, sich systematisch auf Prüfungen vorzubereiten.
Welche Fristen gelten für die Theorieprüfung?
Vor der Prüfung müssen drei Dinge passen. Ihre Fahrschule hat die Theorieausbildung abgeschlossen, Sie haben das nötige Alter erreicht, und Ihr Antrag auf den Führerschein liegt bei der Führerscheinstelle vor. Das ist das Amt Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises, das Ihren Führerschein ausstellt.
Ihre Fahrschule bestätigt der Prüfstelle vorher, dass Sie den Theorieunterricht abgeschlossen haben. Dieser Abschluss darf höchstens zwei Jahre zurückliegen. Ohne die Bestätigung findet die Prüfung nicht statt. Die Prüfung ist frühestens drei Monate vor Erreichen des Mindestalters möglich. Wer mit 17 ins begleitete Fahren einsteigen will, kann die Theorie also mit 16 Jahren und 9 Monaten ablegen.
Theorieausbildung abschließen
Ihre Fahrschule stellt fest, dass Sie den Unterricht abgeschlossen haben, und bestätigt das.
Anmeldung
Ihre Fahrschule meldet Sie zur Prüfung an. Die Gebühr beträgt 24,99 Euro, dazu kommt das Vorstellungsentgelt, also der Preis dafür, dass die Fahrschule Sie zur Prüfung vorstellt.
Ausweis zeigen
Am Prüfungstag sieht der Prüfer Ihren Personalausweis oder Reisepass ein. Bei Zweifeln an Ihrer Identität findet die Prüfung nicht statt.
Prüfung am Rechner
30 Fragen auf Deutsch oder in einer von 14 Fremdsprachen. Auf Deutsch gibt es Audio-Unterstützung über Kopfhörer, Gehörlose bekommen einen Dolmetscher.
Frist für die Fahrprüfung
Mit dem Bestehen beginnt eine Frist von zwölf Monaten. In dieser Zeit müssen Sie die Fahrprüfung ablegen, sonst verliert die Theorieprüfung ihre Gültigkeit.
Die Theorieprüfung ist ein Schritt im Ablauf des Führerscheins der Klasse B. Auf sie folgt die Fahrprüfung, und die Frist von zwölf Monaten läuft ab dem Tag, an dem Sie die Theorie bestanden haben.
Wie bereiten Sie sich auf die Theorieprüfung vor?
Der Fragenkatalog ist begrenzt und öffentlich, und der Wert jeder Frage steht fest. Sie können also gezielt üben. Mit diesen Schritten gehen Sie dabei am besten vor:
- Besuchen Sie den Theorieunterricht lückenlos, alle 14 Doppelstunden. Der Unterricht setzt voraus, dass Sie zu Hause selbst lernen, und ersetzt das nicht.
- Üben Sie mit einem aktuellen Fragenkatalog, Stand 1. April oder 1. Oktober. Ältere Apps können gestrichene Fragen enthalten und die neuen Abbildungsaufgaben nicht kennen.
- Arbeiten Sie die Fragen mit fünf Punkten gesondert durch. Zwei falsche davon bedeuten das Aus, egal wie die Punktsumme aussieht.
- Lösen Sie Rechenaufgaben zu Bremsweg und Anhalteweg mit Stift und Papier, statt nur Antworten anzuklicken.
- Machen Sie erst dann Probeprüfungen mit 30 Fragen. Ziel sind mehrere Durchgänge hintereinander mit höchstens 6 Fehlerpunkten, damit Sie einen Abstand zu den erlaubten 10 haben.
- Buchen Sie den Termin erst, wenn die Probeprüfungen sicher klappen. Ein Wiederholversuch kostet mindestens zwei Wochen, 24,99 Euro Gebühr und das Vorstellungsentgelt.
Was passiert nach einer nicht bestandenen Theorieprüfung?
Sie wiederholen die gesamte Prüfung. Eine Teilanerkennung richtig beantworteter Fragen gibt es nicht. Zwischen zwei Versuchen liegen in der Regel mindestens zwei Wochen, und es fallen erneut 24,99 Euro Gebühr an. Eine Höchstzahl an Versuchen nennen die Vorschriften nicht.
Nutzen Sie die Wartezeit, um gezielt die Themen zu üben, in denen Sie unsicher waren.
Häufige Fragen
Wie viele Fehlerpunkte darf ich in der Theorieprüfung der Klasse B haben?
Sie dürfen in der Theorieprüfung der Klasse B höchstens 10 Fehlerpunkte haben. Die Prüfung hat 30 Fragen mit zusammen 110 Punkten. Zwei falsch beantwortete Fragen mit fünf Punkten führen ebenfalls zum Nichtbestehen, obwohl 10 Fehlerpunkte noch erlaubt wären.
Wie hoch ist die Durchfallquote in der Theorieprüfung der Klasse B?
Nach dem TÜV-Verband bestanden 2025 beim Pkw-Führerschein 44 Prozent der Prüflinge die Theorieprüfung nicht. Das gilt für die Klasse B und das begleitete Fahren ab 17. Im ersten Versuch bestanden 63 Prozent, im Wiederholversuch 44 Prozent. Unter 18-Jährige fielen zu 35 Prozent durch.
Wie lange muss ich nach einer nicht bestandenen Theorieprüfung warten?
Nach einer nicht bestandenen Theorieprüfung müssen Sie in der Regel mindestens zwei Wochen warten. Sie wiederholen dann die ganze Prüfung und zahlen erneut 24,99 Euro Gebühr. Bei einem Täuschungsversuch kann die Wartezeit bis zu neun Monate betragen.
In welchen Sprachen kann ich die Theorieprüfung ablegen?
Die Theorieprüfung gibt es auf Deutsch und in 14 weiteren Sprachen: Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Kroatisch, Spanisch, Türkisch, Hocharabisch, Kurmandschi und Ukrainisch. Auf Deutsch gibt es Audio-Unterstützung über Kopfhörer, Gehörlose bekommen einen Dolmetscher.
Wie lange gilt eine bestandene Theorieprüfung?
Eine bestandene Theorieprüfung gilt zwölf Monate. Innerhalb dieser Zeit müssen Sie die Fahrprüfung ablegen. Sonst verliert die Theorieprüfung ihre Gültigkeit, und Sie müssen sie wiederholen.
Wann wird der Fragenkatalog der Theorieprüfung aktualisiert?
Der Fragenkatalog ändert sich nach Angaben des TÜV-Verbands jeweils zum 1. April und zum 1. Oktober. Im April 2025 umfasste er für die Klasse B 1.197 Fragen, seitdem gibt es zusätzlich Abbildungsaufgaben, bei denen Sie mehrere Antworten auswählen können. Üben Sie deshalb nur mit einer aktuellen Lern-App.
