Wer Auffrischungsfahrstunden braucht und wer nicht
Nach Jahren ohne Auto fühlt sich das erste Fahren oft unsicher an. Auffrischungsfahrstunden helfen, wieder Routine zu bekommen. Sie sind freiwillig, und Sie müssen nichts nachholen.
Ihr Führerschein der Klasse B verfällt nicht, auch wenn Sie zehn Jahre nicht gefahren sind, denn er wird unbefristet erteilt. Anders ist das bei den Klassen für Lkw und Bus. Sie laufen nach höchstens fünf Jahren ab und müssen verlängert werden.
Auffrischungsstunden passen für Wiedereinsteiger nach langer Pause, für ältere Fahrer, die ihre Fahrweise prüfen wollen, und für Menschen mit Fahrangst.
Welche Wege zurück ans Steuer es gibt
Eine Stunde auf dem Verkehrsübungsplatz kostet im Durchschnitt 20 Euro, ein Fahrsicherheitstraining meist 100 bis 200 Euro und ein Fahrsimulator mehrere 100 bis 1.000 Euro. Für eine normale Fahrstunde bei der Fahrschule nennt der ADAC 60 bis 100 Euro. Die Angaben zu Übungsplatz, Training und Simulator stammen aus dem Jahr 2023.
| Weg | Was Sie dort tun | Was es kostet |
|---|---|---|
| Verkehrsübungsplatz | Auf einem Übungsgelände ohne Straßenverkehr üben | im Durchschnitt 20 Euro je Stunde |
| Auffrischungsstunden bei der Fahrschule | Mit Fahrlehrer im echten Verkehr fahren, die Inhalte richten sich nach Ihrem Bedarf | Preis legt die Fahrschule fest, eine normale Fahrstunde kostet 60 bis 100 Euro |
| Fahrsicherheitstraining | Kritische Situationen üben, meist an einem Tag | 100 bis 200 Euro |
| Fahrsimulator | Den Einstieg ohne Verkehr am Gerät beginnen | mehrere 100 bis 1.000 Euro |
Wer sich trotz Übungsplatz noch nicht allein in den Verkehr traut, bucht Auffrischungsstunden bei einer Fahrschule. Bei großer Fahrangst gibt es außerdem Selbsthilfegruppen und Trainings mit besonders geschulten Fahrlehrern oder Psychologen.
Was eine Auffrischungsstunde bei der Fahrschule kostet
Einen amtlichen Preis für Auffrischungsstunden gibt es nicht. Jede Fahrschule legt ihn selbst fest, deshalb unterscheiden sich die Preise, wenn Sie Fahrschulpreise vergleichen.
Als Anhaltspunkt dient die normale Fahrstunde von 45 Minuten, deren Preis im Preisaushang jeder Fahrschule steht. Der ADAC nennt 60 bis 100 Euro. Die Bundesregierung rechnet in der Begründung ihrer Fahrschulreform mit 63,70 Euro. Bei diesem Wert kosten drei Stunden 191,10 Euro und fünf Stunden 318,50 Euro.
Fragen Sie vor der Buchung nach diesen Punkten.
- Gilt für Auffrischungsstunden der Preis der normalen Fahrstunde?
- Dauert eine Stunde 45 oder 60 Minuten?
- Fällt zusätzlich zum Stundenpreis ein Grundbetrag oder ein anderer Posten an?
- Bietet die Fahrschule Stunden auch in Ihrem eigenen Auto an?
Wie Sie die passende Stundenzahl finden
Die Inhalte der Stunden richten sich nach Ihren Bedürfnissen. So beschreibt es die Kampagne Runter vom Gas des Bundesverkehrsministeriums und des Deutschen Verkehrssicherheitsrats. Sagen Sie Ihrer Fahrlehrerin in der ersten Stunde, was Sie verunsichert, etwa Kreisverkehr, Autobahn oder Einparken.
Ein Theorieteil ist möglich, fällt aber deutlich kürzer aus als in der Ausbildung. Es geht darum, Grundkenntnisse aufzufrischen. Wie viele Stunden Sie insgesamt brauchen, entscheiden Sie gemeinsam mit der Fahrschule, denn eine Vorschrift dazu gibt es nicht.
Was die Rückmeldefahrt für ältere Fahrer bringt
Wer als älterer Autofahrer seine Fahrweise prüfen lassen will, kann eine Rückmeldefahrt machen. Ein Fahrlehrer, ein Sachverständiger oder ein Verkehrspsychologe beobachtet Ihre Fahrt im normalen Verkehr und bespricht sie danach mit Ihnen.
Nach der Empfehlung des Deutschen Verkehrssicherheitsrats dauert die Fahrt 30 bis 45 Minuten und das Gespräch 10 bis 20 Minuten. Der Rat empfiehlt die Rückmeldefahrt spätestens ab dem 75. Lebensjahr. Das Ergebnis bleibt vertraulich zwischen Ihnen und dem Beobachter, die Führerscheinstelle erfährt nichts. Die Teilnahme ist freiwillig.
Was bei der Neuerteilung nach Entzug oder Verzicht gilt
Wurde Ihnen der Führerschein entzogen oder haben Sie darauf verzichtet, beantragen Sie bei der Führerscheinstelle einen neuen. Dafür gelten dieselben Regeln wie beim ersten Führerschein. Sie brauchen also einen Sehtest und den Nachweis über einen Erste-Hilfe-Kurs. Den Kurs müssen Sie nicht wiederholen, wenn Sie ihn früher schon besucht haben.
Eine Prüfung ist nicht automatisch nötig. Die Führerscheinstelle ordnet sie nur an, wenn sie annimmt, dass Ihnen Kenntnisse oder Fähigkeiten fehlen. Eine Pflicht zur Fahrschulausbildung sieht die Vorschrift nicht vor. Ordnet die Stelle eine Prüfung an, helfen Auffrischungsstunden bei der Vorbereitung.
Die Führerscheinstelle berechnet für die Neuerteilung nach einem Entzug zwischen 35,70 und 258,50 Euro. Wurde der Führerschein für eine bestimmte Zeit gesperrt, dürfen Sie den Antrag frühestens sechs Monate vor Ablauf der Sperre stellen.
Häufige Fragen
Was kosten Auffrischungsfahrstunden bei der Fahrschule?
Auffrischungsfahrstunden kosten je nach Fahrschule unterschiedlich viel, denn jede Fahrschule legt den Preis selbst fest. Als Anhaltspunkt dient die normale Fahrstunde mit 60 bis 100 Euro nach Angaben des ADAC. Die Bundesregierung rechnet mit 63,70 Euro für 45 Minuten.
Muss ich nach langer Fahrpause Auffrischungsfahrstunden nehmen?
Nein, Auffrischungsstunden sind freiwillig. Der Führerschein der Klasse B ist unbefristet gültig und verfällt nicht durch Nichtfahren. Die Stunden helfen, wenn Sie sich nach der Pause unsicher fühlen.
Was ist der Unterschied zwischen Auffrischungsfahrstunden und einem Fahrsicherheitstraining?
In Auffrischungsfahrstunden fahren Sie mit einem Fahrlehrer im normalen Verkehr und üben Alltagssituationen. Ein Fahrsicherheitstraining übt kritische Situationen und dauert meist einen Tag. Es kostet nach Angaben der Kampagne Runter vom Gas etwa 100 bis 200 Euro.
Brauche ich nach einem Führerscheinentzug eine neue Fahrprüfung?
Nicht automatisch. Eine Prüfung müssen Sie nur ablegen, wenn die Führerscheinstelle sie anordnet, weil sie annimmt, dass Ihnen Kenntnisse oder Fähigkeiten fehlen. Eine Pflicht zur Fahrschulausbildung gibt es nicht. Alles Rechtliche klärt ein Rechtsanwalt für Verkehrsrecht.
Was ist eine Rückmeldefahrt für ältere Autofahrer?
Eine Rückmeldefahrt ist eine freiwillige Fahrt mit einem Beobachter, der Ihre Fahrweise im normalen Verkehr bewertet und danach mit Ihnen bespricht. Sie dauert nach der Empfehlung des Deutschen Verkehrssicherheitsrats 30 bis 45 Minuten, dazu kommen 10 bis 20 Minuten Gespräch. Das Ergebnis bleibt vertraulich und geht nicht an die Führerscheinstelle.
