Welche Erlaubnis braucht eine Fahrschule für Ihre Klasse?
Nicht jede Fahrschule darf jede Klasse ausbilden. Das Gesetz kennt zwei Erlaubnisse. Die Fahrlehrerlaubnis erlaubt einer Person, Fahrschüler auszubilden. Die Fahrschulerlaubnis erlaubt einem Betrieb, das selbst zu tun oder durch Angestellte tun zu lassen. Beide gelten je Klassengruppe, und die Gruppen sind größer als die einzelnen Führerscheinklassen.
| Erlaubnis des Fahrlehrers | Damit darf er ausbilden | Wofür Sie diese Erlaubnis brauchen |
|---|---|---|
| BE | Klassen B, BE und L | Auto, Anhänger über 750 Kilogramm und Zugmaschinen bis 40 Kilometer je Stunde |
| A | Klassen AM, A1, A2 und A | Roller, Leichtkraftrad und Motorrad |
| CE | Klassen C1, C1E, C, CE und T | Lkw, Lastzug und Zugmaschinen der Land- und Forstwirtschaft |
| DE | Klassen D1, D1E, D und DE | Busse |
| Anwärterbefugnis | Klassen B, BE und L | Ausbildung durch einen Fahrlehreranwärter, nur unselbstständig im Ausbildungsverhältnis |
Den allgemeinen Teil des Theorieunterrichts, den Grundstoff für alle Klassen, darf jeder Fahrlehrer halten, auch wenn er Ihre Klasse nicht ausbilden darf. Für den Zusatzstoff, der zu Ihrer Klasse gehört, und für jede Fahrstunde gilt das nicht.
Wie kontrolliert die Behörde eine Fahrschule?
Fahrschulen stehen unter laufender Aufsicht. Die Behörde, die das Land dafür bestimmt, überwacht Fahrlehrer, Fahrschulen und Zweigstellen. Sie soll mindestens alle 2 Jahre vor Ort prüfen. Hat sie zwei Mal hintereinander keine oder nur kleine Mängel gefunden, darf sie den Abstand auf 4 Jahre verlängern.
Die Prüfer dürfen während der üblichen Geschäftszeiten die Geschäftsräume betreten, dem Unterricht beiwohnen und in die vorgeschriebenen Aufzeichnungen schauen. Sie prüfen, ob Unterrichtsräume, Lehrmittel und Fahrzeuge vorhanden sind und ob die Ausbildung ordnungsgemäß läuft. Sie beurteilen auch die fachliche und pädagogische Qualität der Ausbildung.
Für Sie heißt das: Eine Fahrschule mit gültiger Erlaubnis wird regelmäßig geprüft. Fehlt im Betrieb etwas Grundlegendes, etwa der ausgehängte Preis oder der Ausbildungsplan, ist die zuständige Behörde die richtige Adresse für einen Hinweis.
Was gehört zum Antrag, wenn Sie Fahrstunden buchen?
Im Antrag bei der Führerscheinstelle steht Ihre ausbildende Fahrschule. Sie wählen die Fahrschule also, bevor Sie den Antrag stellen, nicht danach. Das brauchen Sie dafür:
- Sehtest: Die Bescheinigung darf beim Antrag höchstens 2 Jahre alt sein.
- Erste-Hilfe-Kurs: 9 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten bei einer anerkannten Stelle.
- Zeitpunkt: Den Antrag stellen Sie frühestens 6 Monate vor dem Mindestalter. Die Theorieprüfung ist frühestens 3 Monate, die Fahrprüfung frühestens 1 Monat vor dem Mindestalter möglich.
Ohne Antrag gibt es keinen Auftrag an die Prüfstelle, und ohne Auftrag gibt es keine Prüfung. Wann Sie den Antrag stellen, sagt Ihnen Ihre Fahrschule. Sie sieht Ihr Alter und Ihren Ausbildungsplan.
Welche Bestätigungen stellt die Fahrschule aus?
Ohne Bestätigung der Fahrschule findet keine Prüfung statt. Diese Papiere gibt es:
- Bestätigung über Ihre Ausbildung: Sie bescheinigt die theoretische und praktische Ausbildung. Sie unterschreiben sie mit, und Sie bekommen sie ausgehändigt.
- Bestätigung für die Theorieprüfung: Sie zeigt, dass Sie den Theorieunterricht abgeschlossen haben. Ohne sie darf die Prüfstelle nicht prüfen.
- Bestätigung für die Fahrprüfung: Sie zeigt, dass Sie alle vorgeschriebenen Inhalte Ihrer Klasse absolviert haben.
- Bestätigung bei Abbruch oder Wechsel: Die Fahrschule muss die bisher absolvierten Teile bestätigen.
Eine Frist steckt darin: Das Ende der Ausbildung darf bei der Prüfung nicht länger als 2 Jahre zurückliegen. Liegt es länger zurück, darf die Prüfstelle nicht prüfen.
Woran erkennen Sie beim Fahrstunden buchen passende Termine?
Wie schnell Sie zur Prüfung kommen, hängt an drei Dingen: wie oft Theorieunterricht stattfindet, wie voll der Kalender Ihrer Fahrlehrerin ist und wie lange die Prüfstelle auf Termine wartet. Die Fahrschule muss für den Theorieunterricht einen Ausbildungsplan aushängen oder auslegen, und pro Tag sollen es höchstens 2 Doppelstunden sein. Bei 14 Doppelstunden für die Klasse B sehen Sie am Plan sofort, über wie viele Wochen sich das zieht.
- Lesen Sie den Ausbildungsplan und rechnen Sie aus, in wie vielen Wochen die 14 Doppelstunden zusammenkommen.
- Fragen Sie, wie viele Wochen aktuell zwischen dem Ende der Ausbildung und dem Termin der Fahrprüfung liegen, und notieren Sie die Antwort.
- Fragen Sie, ob Fahrstunden in festen Blöcken oder einzeln vergeben werden und wie kurzfristig Sie einen Termin absagen können, ohne dass er berechnet wird.
- Lesen Sie die Geschäftsbedingungen zu Kündigung, Rückzahlung des Grundbetrags und Berechnung ausgefallener Stunden, bevor Sie unterschreiben.
- Lassen Sie sich die Antworten schriftlich bestätigen, etwa per Mail. Mündliche Zusagen lassen sich später schwer belegen.
Eine Zahl können Sie gegenprüfen: 2025 wurden nach dem TÜV-Verband rund 2,04 Millionen Theorieprüfungen und rund 1,89 Millionen Fahrprüfungen abgelegt, so viele wie nie zuvor. Wie lange Sie auf einen Termin warten, hängt trotzdem von Ihrer Prüfstelle ab. Weitere Kriterien für die Wahl einer Fahrschule lesen Sie im Artikel Gute Fahrschule finden.
Was gilt bei Motorrad, Lkw und Bus zusätzlich?
Für die größeren Klassen schreibt die Ausbildungsordnung Ausstattung vor, die Sie im Betrieb sehen können. Beim Motorrad muss die Fahrlehrerin Sie in der Schlussphase der Grundausbildung und bei den Sonderfahrten überwiegend vorausfahren lassen und dabei per Funk mit Ihnen sprechen. Sonderfahrten sind die Pflichtfahrten über Land, auf der Autobahn und bei Dunkelheit. Bei Lkw und Bus muss ein Fahrtenschreiber laufen, das Aufzeichnungsgerät im Fahrzeug, mit einem neuen Schaublatt je Tag und Fahrschüler.
| Klassengruppe | Vorgeschrieben | Was Sie im Betrieb prüfen können |
|---|---|---|
| Motorrad (AM, A1, A2, A) | Funkanlage, in der Schlussphase überwiegend Vorausfahren | Ob ein Funkgerät vorhanden ist und benutzt wird |
| Anhänger, Lkw, Bus, Zugmaschine (BE, C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D, DE, T) | Einführung in das Erkennen und Beheben technischer Mängel am Fahrzeug | Ob ein Fahrzeug dafür bereitsteht |
| Lkw und Bus (C1, C, D1, D) | Fahrtenschreiber mit eigenem Schaublatt je Tag und Fahrschüler | Ob Sie Ihr Schaublatt sehen dürfen |
| Lkw und Bus (C1, C, D1, D) | Beginn erst nach der Klasse B oder kurz davor | Ob die Fahrschule diese Reihenfolge einhält |
Der gleichzeitige praktische Fahrunterricht für mehrere Fahrschüler ist in jeder Klasse unzulässig, auch wenn mehrere Fahrlehrer im selben Auto sitzen. Eine Fahrstunde zu zweit, bei der beide fahren, ist deshalb keine zulässige Ausbildung.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, dass eine Fahrschule meine Führerscheinklasse ausbilden darf?
Eine Fahrschule darf eine Klasse nur ausbilden, wenn sie die passende Fahrschulerlaubnis hat und Fahrlehrer mit der passenden Fahrlehrerlaubnis beschäftigt. Die Erlaubnis für Autos deckt die Klassen B, BE und L ab, die für Motorräder AM, A1, A2 und A. Die Erlaubnis für Lkw gilt für C1, C1E, C, CE und T, die für Busse für D1, D1E, D und DE. Auf dem Fahrlehrerschein steht, welche Klassen gelten.
Ab wann kann ich den Führerscheinantrag der Klasse B stellen?
Den Führerscheinantrag der Klasse B können Sie frühestens 6 Monate vor dem Mindestalter stellen. Im Antrag steht Ihre Fahrschule, Sie wählen sie also vorher. Die Bescheinigung über den Sehtest darf beim Antrag höchstens 2 Jahre alt sein, dazu brauchen Sie die Bescheinigung über den Erste-Hilfe-Kurs mit 9 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten.
Wie oft wird eine Fahrschule von der Behörde überprüft?
Die zuständige Behörde soll eine Fahrschule mindestens alle 2 Jahre vor Ort prüfen. Hat sie zwei Mal hintereinander keine oder nur kleine Mängel gefunden, darf sie den Abstand auf 4 Jahre verlängern. Die Prüfer dürfen dabei dem Unterricht beiwohnen und die Geschäftsräume betreten.
Darf ein Fahrlehrer zwei Fahrschüler gleichzeitig praktisch unterrichten?
Nein, praktischer Fahrunterricht für mehrere Fahrschüler gleichzeitig ist unzulässig. Das gilt auch dann, wenn mehrere Fahrlehrer im selben Auto sitzen. Mitfahren ohne eigene Fahrzeit ist deshalb keine Fahrstunde und darf nicht als solche abgerechnet werden.
Wie lange darf das Ende der Ausbildung bei der Prüfung zurückliegen?
Das Ende der Ausbildung darf beim Antritt zur Prüfung nicht länger als 2 Jahre zurückliegen. Vor der Theorieprüfung muss die Fahrschule bestätigen, dass Sie den Theorieunterricht abgeschlossen haben. Liegt das länger zurück, darf die Prüfstelle nicht prüfen. Nach den Plänen der Fahrschulreform soll diese Frist entfallen, bisher gilt sie.
Muss beim Motorradunterricht ein Funkgerät benutzt werden?
Ja, beim Motorradunterricht muss ein Funkgerät benutzt werden. Die Fahrlehrerin lässt Sie in der Schlussphase der Grundausbildung und bei den Sonderfahrten überwiegend vorausfahren und spricht dabei per Funk mit Ihnen. Sonderfahrten sind die Pflichtfahrten über Land, auf der Autobahn und bei Dunkelheit. Auch bei Ausbildungsfahrten der Klasse T auf öffentlichen Straßen ist eine Funkanlage vorgeschrieben.
